BRACHE - ein Steinwurf in die Moritzkirche

Installation zur Fastenzeit 2016:
BRACHE - ein Steinwurf in die Moritzkirche

von Schessl Norbert

Dauer des Steinwurfs
16.2. bis 23.3.2016

Dienstag, 16. Februar 2016, 19.30 Uhr
Eröffnung
BRACHE, Schessl Norbert
Musik: Markus Mehr
Einführung: Michael Grau

Die Fastenzeit ist ein wertvoller, sich jedes Jahr wiederholender Zeitraum. Wer will, kann sich selbst, seine Haltungen und seine Bezüge in den Blick nehmen und neu, auf sich verändernde Rahmenbedingungen, ausrichten. Bestehende Ordnungen können hinterfragt werden, um daraus neue zu entwickeln, die die aktuellen Themen mit einbeziehen. Ein Wandlungs-prozess ist auch immer mit Unsicherheiten verbunden und es erfordert Mut sich diesem chaotischen Prinzip auszusetzen. Hilfreich ist dabei aber der abgegrenzte und überschaubare Zeitrahmen der Fastenzeit von 40 Tagen und auch die Aussicht auf die Stärkung unseres Selbst wirkt motivierend.

Die Installation zur Fastenzeit ist heuer ein Steinwurf in die Moritzkirche.

Einmal im Jahr wird eine Künstlerin oder einen Künstler eingeladen, den Innenraum der Kirche durch einen künstlerischen Eingriff zu verändern. 2016 wurde diese Aufgabe an den Künstler Schessl Norbert vergeben. Er gab seiner Arbeit den Titel "BRACHE" und versteht sie als einen Steinwurf in den sakralen Raum.
Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: ein Vielzahl von zum Teil tonnenschweren Steinobjekten werden über die Fastenzeit im Kirchenraum von St. Moritz verteilt. Die Objekte variieren in ihrer Größe, vom kleinen Kiesel bis zur überlebensgroßen Stele. Eine grundsätzliche Polarität wird spürbar. Die Gegensätze von Schwere und Leichtigkeit, Licht und Schatten, Ordnung und Vielfältigkeit bedingen sich gegenseitig.
Wie ein Steinwurf, so ist auch dieses Werk vom Künstler gewollt und durchdacht, aber im Ergebnis ist es offen. Der Wurf ist Prozess in Raum und Zeit und durch unterschiedlichste Wirkungen beeinflusst.

Eine Brache ist ein Areal der Unproduktivität. Es befand sich aber bereits einmal unter menschlicher Nutzung. Die Brache ist eine Fläche, die ihren ursprünglichen Zweck vorübergehend oder gänzlich aufgegeben hat und sich chaotischen Kräften aussetzt - ungeordnet, unkultiviert und zweckbefreit.
Schessl Norbert wandelt den sakralen Raum für eine bestimmte Zeit in eine Brache. Der Ort scheint seines Fokus enthoben, wirkt wie im Übergang oder wie eine plötzlich verlassene Baustelle. Der Besucher erlebt sich in einem Areal der Nicht-Definiertheit und sucht darin nach seiner eigenen Orientierung und Ordnung.
Das Wesen der Fastenzeit und der Inhalt des Kunstwerkes überlagern sich.

Das Moritzteam wünscht Ihnen einen gelingenden Wurf in die Fastenzeit.
 

 

VITA Schessl Norbert

1965        geboren in München
1985        Abitur
1986-87  Studium der Chemie
1987-90  Ausbildung zum Steinmetz-Steinbildhauer
1991-97  Studium der freien Bildhauerei an der Kunstakademie der Bildenden Künste München bei Prof Ladner und bei Prof. Reineking
1996    1. Staatsexamen für Kunsterziehung
1998    Diplom für freie Bildhauerei
2000    2. Staatsexamen
2000-10    Lehrauftrag am Carl-Spitzweg-Gymnasium, Germering/Unterpfaffenhofen
ab 2010    Lehrauftrag am Paul- Klee- Gymnasium, Gersthofen

Lebt und arbeitet in Gaulzhofen bei Augsburg

Ausstellungen

1993        Kunstmeile Mainburg, Auszeichnung mit Dannerpreis
1993        „Wege der Religionen“, Kreuzherrnsaal, Memmingen
1995        „Art and Game“, Hamburg
1997        Kunstfrühling, Bad Wörishofen
1998        Skulpturenpavillon, Galerie Klaus Lea, München
1998        1*2*3* Dolores, München
1998        Atelierförderprogramm München
1999        Kunstfrühling Bad Wörishofen
1999        Fränkische Skulpturenstraße Bamberg
2000        „Die Enthüllung des hl. Antonius“, St. Klara, München/ Zamdorf
2001        „Open Art“ München, Galerie Klaus Lea, München
2003        „Juras“, Schessl Norbert, Galerie Drächslhaus, München
2003        „Die Kraft steckt mittendrin“, Schessl Norbert, Galerie Klaus Lea, München
2003        Intersalon, Budweis, Tschechien
2004        „Jurapaar“, Sammlung KGAL, Grünwald
2004        „Lollapalooza: Schessl- Scheuerecker“, Landratsamt, München
2004        11. Kunstpreisausstellung, Kunstverein Aichach
2005        Kunstfrühling, Bad Wörishofen
2006        „Komm sprich mit mir vom Meer“, Maria Lie-Steiner, Schessl Norbert, Kunstpavillon Alter Botanischer Garten, München
2006        Kunstpreisausstellung, Ballonmuseum Gersthofen
2007        13. Kunstpreisausstellung des Landkreises Fürstenfeldbruck
2007-08   „Dame, Bube, Ikarus“, Galerie Noah, Glaspalast, Augsburg
2008        Kunstpreisausstellung, Kreissparkasse, Gersthofen
2010        Kunstpreisausstellung, Friedberg
2010        „Abschlag 20/10“, Schessl Norbert, Handwerkskammer Schwaben, Augsburg
2010        „Ich muss sie alle die Treppe hinauf tragen können“, Schessl Norbert, Galerie Klaus Lea, München
2011        „Vier Steine für Ebenböck“, Haus Ebenböck, Kulturreferat München
2012        „Am liebsten warte ich im Gehen“, Schessl Norbert, Kunstwerk, Friedberg
2012        8. Skulpturenpfad, Friedberg
2013-       „Schattenfuge“, Schessl, Weidinger, Rathaus Gersthofen
2014        Kunstpreisausstellung, Ballonmuseum Gersthofen
2014        „Fünf“, Rathaus Gersthofen
 

Begleitende Veranstaltungen:

Freitag, 12.2.2016, 19 Uhr
RAUMWANDLUNG7
Tanzprojekt der Tipping Point Dance Company    Choreografie: Barbara J. Lins
Gefördert durch das Bistum Augsburg

Sonntag, 6. März 2016, 15 Uhr
Kunstgespräch
zum Steinwurf BRACHE
von Schessl Norbert
Der Künstler ist anwesend
Gestaltung: Michael Grau und AK Kunst & Kirche

27.1. - 29.4.2016
Ausstellung im moritzpunkt
enclosures
von Michael Baumgartner

Jeden ersten und dritten Samstag im Monat, 12 Uhr
Führung durch die Moritzkirche

Die weiteren vielfältigen Angebote entnehmen Sie bitte unserem Frühjahrsprogramm, der Tagespresse oder unter
www.moritzkirche.de

Die Kirche ist täglich von 8.30 - 19.00 Uhr geöffnet.
Bitte beachten Sie die Gottesdienstzeiten.
Eintritte sind kostenfrei (außer 12.2.) / Spenden erbeten.

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